Admin-Tab: Vertrauenswürdige Ziele (PII-Abfluss)
AdminDer PII-Schild ersetzt personenbezogene Daten vor dem Versand durch Platzhalter — jedes externe Ziel sieht standardmäßig nur [NAME_1] statt Max Mustermann. Das ist die harte Vertrauensgrenze von CompanyWizard.
Vertrauenswürdige Ziele öffnen diese Grenze gezielt pro Ziel: Ein als vertrauenswürdig markiertes Ziel erhält die Original-Werte. Das ist ein bewusster, sicherheitsrelevanter PII-Abfluss — und die einzige Stelle, an der sich die Pseudonymisierung selektiv aufheben lässt.
Der Standard: nichts ändert sich
Section titled “Der Standard: nichts ändert sich”Jedes Ziel startet untrusted. Bestehende Installationen verhalten sich nach einem Update unverändert — kein Ziel erhält re-identifizierte Werte, solange niemand ein Häkchen setzt. Es gibt keinen Sammelschalter: Vertrauen wird einzeln, pro Ziel vergeben.
Eine Ausnahme vorweg: Der Indexlauf der Wissensbasis schickt Dokumenttexte standardmäßig im Original an den Embedding-Provider — auch ohne jedes Häkchen. Das ändert erst PII-Pseudonymisierung für Embeddings. „Kein Häkchen” heißt also nicht „nichts geht im Klartext hinaus”.
Die drei Zieltypen
Section titled “Die drei Zieltypen”Das Häkchen sitzt jeweils im Editor des Ziels — in den Tabs MCP, Tools und Modelle.
| Zieltyp | Wo | Wirkung, wenn gesetzt |
|---|---|---|
| MCP-Server | Administration → MCP-Server → Server-Editor | Tool-Argumente an diesen Server werden re-identifiziert |
| Konfiguriertes Tool | Administration → Konfigurierte Tools → Tool-Editor | Aufruf-Argumente an das Ziel des Tools werden re-identifiziert |
| Modell-Provider | Administration → Modelle → Provider-Editor | Nur auf der Zeile des aktiven Embedding-Providers: die Vektor-Suche bettet den Original-Anfragetext ein, bei aktivem Scrub before embed auch der Indexlauf den Original-Dokumenttext |
MCP-Server
Section titled “MCP-Server”Im Server-Editor (Externe Werkzeuge (MCP)) steht die Checkbox „Vertrauenswürdiger Server — erhält Original-PII-Werte”. Die Warnung daneben ist wörtlich zu nehmen:
PII-Abfluss: Tool-Aufrufe an diesen Server werden re-identifiziert — erkannte personenbezogene Daten (Namen, E-Mail-Adressen, …) gehen im Klartext an den Server. Nur für Server auf vertrauenswürdiger, idealerweise firmeneigener Infrastruktur aktivieren. Auf gepaarten Clients gilt diese Entscheidung bei der Erst-Einrichtung mit: Die Server-Zeile reist im Pairing-Bundle mit. Ein späterer Abgleich lässt ein dort gesetztes Häkchen unangetastet — ein Client erreicht denselben Server aus einer anderen Netzlage und entscheidet selbst.
In der Serverliste tragen markierte Server das Badge „PII-vertraut” — so ist auf einen Blick sichtbar, welcher Server Klartext bekommt. Nicht markierte Server erhalten weiterhin ausschließlich Platzhalter.
Konfigurierte Tools
Section titled “Konfigurierte Tools”Im Tool-Editor (Konfigurierte Tools) heißt die Checkbox „Vertrauenswürdiges Ziel — erhält Original-PII-Werte”. Sie wirkt einheitlich für alle Tool-Arten — SQL, Postfach, Verzeichnis, Kalender, Kontakte und HTTP-API — und sowohl im Chat als auch in Agenten.
Modell-Provider — nur der aktive Embedding-Provider
Section titled “Modell-Provider — nur der aktive Embedding-Provider”Im Provider-Editor (KI-Modelle / Provider) heißt die Checkbox „Vertrauenswürdiger Embedding-Provider — erhält Original-PII-Werte”. Sie wirkt nur, solange diese Zeile der aktive Embedding-Provider ist — also die Zeile, deren Modell als Standard-Embedding-Modell eingestellt ist (Systemeinstellungen).
Auf jeder anderen Provider-Zeile ist das Häkchen wirkungslos — auch auf einem reinen Chat-, OCR- oder Bild-Anbieter. Bei Verbindungen (Confluence, X-Artikel) blendet der Editor es gar nicht erst ein: Eine Verbindung trägt keine Modelle und kann nie Embedding-Provider werden.
Für den aktiven Embedding-Provider wirkt das Häkchen auf zwei Wegen mit unterschiedlicher Bedingung:
| Weg | Bedingung | Wirkung bei gesetztem Häkchen |
|---|---|---|
| Anfrage — Vektor-Suche in der Wissensbasis | immer | Die Suchanfrage wird im Original eingebettet statt pseudonymisiert. Nutzen: Echte Namen treffen echte Namen statt Platzhalter Platzhalter. |
| Index — Einbetten der Dokumente | nur bei aktivem Scrub before embed | Der Indexlauf bettet den Original-Dokumenttext statt der Typ-Platzhalter ein. |
Ohne Scrub before embed geht der Indexlauf ohnehin für jeden Provider im Original hinaus — auf diesem Weg ändert das Häkchen dann nichts.
Nicht betroffen sind Chat-Prompt, RAG-Kontext, Reranking, OCR und Bildgenerierung. Diese Wege bleiben pseudonymisiert, egal auf welcher Zeile das Häkchen sitzt.
Warnung — Umschalten kann den Vektorindex neu aufbauen. Ist Scrub before embed aktiv, ändert das Setzen oder Entfernen des Häkchens, was eingebettet wird. CompanyWizard behandelt das wie einen Modellwechsel: Der Vektorindex wird vollständig gelöscht und neu aufgebaut. Bei großen Wissensbasen dauert das Stunden — schalten Sie nicht zum Ausprobieren um.
Gepaarte Clients übernehmen die Entscheidung. Die Provider-Zeile reist im Pairing-Bundle mit und überschreibt beim nächsten Abgleich den Wert auf dem Client. Ein Häkchen am Server lässt den Klartext also auch von jedem gepaarten Desktop aus an diesen Provider gehen. → Export, Import und Pairing
Ohne Provider-Zeile: Embedding über die Konfiguration. Läuft das Embedding nicht über ein unter Modelle angelegtes Modell, sondern über die Konfiguration (Embeddings:*), gibt es keine Zeile und damit kein Häkchen. Der Bereich „Presidio (PII-Erkennung)” der Systemeinstellungen zeigt dann stattdessen „Embedding-Konfiguration (Embeddings:*) ist vertrauenswürdig (lokal/on-prem)”. Dieser Schalter gilt nur, solange das so bleibt — sobald eine Provider-Zeile mit Embedding-Modell aktiv ist, entscheidet allein deren Häkchen. Auch hier löst Umschalten bei aktivem Scrub before embed den Neuaufbau aus; die Seite fragt vorher nach.
Den früheren globalen Schalter gibt es nicht mehr. „Embedding-Provider ist vertrauenswürdig (lokal/on-prem)” wurde entfernt; es gibt keine zweite Quelle mehr, die neben dem Häkchen Klartext freigibt. War er vor dem Update gesetzt, wurde der Wert einmalig übernommen — auf die Zeile des aktiven Embedding-Providers bzw. in den Konfigurations-Schalter. Enthält ein älterer Export der Systemeinstellungen den alten Schalter noch, wird er beim Import ignoriert und mit einer Warnung gemeldet.
PII-Ausnahme vs. PII-vertraut — nicht verwechseln
Section titled “PII-Ausnahme vs. PII-vertraut — nicht verwechseln”Zwei Schalter, zwei Richtungen. Das ist die häufigste Verwechslung:
| PII-Ausnahme (exempt) | PII-vertraut (trusted) | |
|---|---|---|
| Richtung | herein — vom Ziel zurück zum Modell | hinaus — von CompanyWizard zum Ziel |
| Was passiert | Ergebnisse des Tools bleiben unredigiert, statt pseudonymisiert zu werden | Argumente des Aufrufs werden vor dem Versand re-identifiziert |
| Beispiel | Die SQL-Abfrage liefert echte Kundennamen an das Modell zurück | Der Tool-Aufruf sucht mit Max Mustermann statt mit [NAME_1] |
Die beiden sind unabhängig und lassen sich einzeln setzen. Ein Tool kann also Original-Argumente erhalten, seine Ergebnisse aber trotzdem durch den Schild schicken — und umgekehrt. → PII-Ausnahme bei SQL-Datenquellen
Audit-Liste: Wer bekommt Klartext?
Section titled “Audit-Liste: Wer bekommt Klartext?”Der Bereich „Presidio (PII-Erkennung)” der Systemeinstellungen listet alle vertrauenswürdigen Ziele read-only unter „Vertrauenswürdige Ziele (PII-Abfluss)” — je Eintrag die Art (MCP-Server, Tool oder Embedding-Provider) und der Name. Läuft das Embedding über die Konfiguration und ist diese als vertrauenswürdig markiert, steht dort ein Embedding-Provider-Eintrag „Embedding-Konfiguration (Embeddings:*, keine Provider-Zeile)”:
Diese Ziele erhalten Original-PII-Werte statt Pseudonym-Platzhaltern. Konfiguration pro Ziel in den Tabs MCP, Tools und Modelle.
Ist nichts markiert, steht dort: „Keine vertrauenswürdigen Ziele konfiguriert — alle externen Ziele erhalten ausschließlich Platzhalter.”
Die Liste ist der Prüfpunkt für Audits: eine Stelle, die die vollständige Antwort auf „Wohin fließt bei uns Klartext-PII?” gibt. Gesetzt wird das Vertrauen aber weiterhin im jeweiligen Tab — die Liste zeigt nur an.
Wann ist „vertrauenswürdig” vertretbar?
Section titled “Wann ist „vertrauenswürdig” vertretbar?”Die Faustregel aus der UI-Warnung: nur für vertrauenswürdige, idealerweise firmeneigene Infrastruktur. Die Frage ist nicht „vertraue ich dem Hersteller?”, sondern „verlassen die Daten meinen Verantwortungsbereich?”.
Vertretbar:
- On-Premises-MCP-Server im eigenen Netz, unter eigener Kontrolle
- Lokales Embedding-Modell (z. B. Ollama/LM Studio) — die Daten verlassen den Rechner ohnehin nicht → Daten lokal halten
- Firmeninterne HTTP-API oder Datenbank, die die Daten ohnehin schon führt
Nicht vertretbar — im Zweifel: Häkchen aus:
- Jeder Cloud-Dienst eines Dritten, auch ein namhafter
- Ziele außerhalb der EU bzw. ohne tragfähige Rechtsgrundlage → DSGVO & AV-Vertrag
- Ziele, deren Logging/Aufbewahrung Sie nicht kennen — Klartext-PII in fremden Logs ist ein Datenabfluss, auch ohne böse Absicht
Ein Ziel ist keine Kategorie. Vertrauen gilt für genau diesen Server, genau dieses Tool. Ein zweiter MCP-Server desselben Anbieters startet wieder untrusted — und das ist Absicht.
Export, Import und Pairing
Section titled “Export, Import und Pairing”Was mit einem Häkchen passiert, hängt vom Weg ab:
| Weg | Provider-Zeile | MCP-Server |
|---|---|---|
| JSON-Export (Tab Modelle bzw. MCP) | Häkchen nicht enthalten | Häkchen nicht enthalten |
| Import, neue Zeile | startet untrusted | startet untrusted |
| Import mit „Überschreiben” einer bestehenden Zeile | bisheriges Häkchen bleibt | bisheriges Häkchen bleibt |
| Pairing und jeder spätere Abgleich (Verbindungen) | Wert des Servers — überschreibt den Wert auf dem Client | neue Server-Zeile übernimmt den Wert des Servers; eine bereits vorhandene behält ihr Häkchen |
Konfigurierte Tools reisen weder im Export noch beim Pairing mit — ihr Häkchen setzen Sie auf jeder Station selbst. Auch der Konfigurations-Schalter für das Embedding (siehe oben) wird nicht übertragen.
Warum Provider und MCP-Server unterschiedlich behandelt werden:
- Provider: Der Server entscheidet. Welcher Embedding-Anbieter Klartext bekommt, ist eine Richtlinie der Organisation. Ein gepaarter Client folgt ihr; ein dort abweichend gesetzter Wert auf einer vom Server übernommenen Zeile wird beim nächsten Abgleich überschrieben. Wer auf einem Client anders entscheiden muss, legt dort eine eigene Provider-Zeile an.
- MCP-Server: Der Client entscheidet mit. Vertrauen in einen MCP-Server ist eine Aussage über die Netzlage — ein Desktop unterwegs erreicht denselben Server womöglich über einen ganz anderen Weg als der Server im Firmennetz.
Nach einem Import oder Pairing: Audit-Liste prüfen. Neue Zeilen starten untrusted, überschriebene behalten ihren alten Stand, und vom Server übernommene Provider-Zeilen tragen dessen Entscheidung — alle drei Fälle können überraschen.
Grenzen & Hinweise
Section titled “Grenzen & Hinweise”- Admin-only. Anwender sehen keinen Unterschied — außer besseren Tool-Treffern.
- Vertrauen ist keine Verschlüsselung. Ein trusted Ziel bekommt Klartext; was dort passiert (Logs, Backups, Weitergabe), liegt außerhalb von CompanyWizard.
- Die Erkennung bleibt Mustererkennung. Trusted/untrusted ändert nichts daran, was als PII erkannt wird. → Grenzen des PII-Schilds
- Im Zweifel aus. Untrusted kostet höchstens Trefferqualität; trusted kostet im Zweifel personenbezogene Daten.
Verwandt
Section titled “Verwandt”- Der PII-Schild · Daten lokal halten
- PII-Pseudonymisierung für Embeddings (Scrub before embed) — das Häkchen am aktiven Embedding-Provider hebt diesen Schutz auf
- Externe Werkzeuge (MCP) · Konfigurierte Tools · KI-Modelle / Provider
- Systemeinstellungen · DSGVO & AV-Vertrag