LDAP-/AD-Anmeldung einrichten (Firmen-Login)
AdminMit dem Firmen-Login melden sich Nutzer mit ihrem Active-Directory-Konto (Username + Passwort) an — zusätzlich zur OTP-Anmeldung per Einmalcode. Beide Wege laufen gleichzeitig: Die Login-Seite zeigt dann zwei Tabs, „Login per Code” und „Firmen-Login”. Den Tab und die Erstanmeldung aus Nutzersicht erklärt Firmen-Login (Erstanmeldung).
LDAP ist ein Pro/Site-Feature (verfügbar in Pro und Site, nicht in Free → Lizenz- & Editionsmodell) und wird ausschließlich vom zentralen Web-API-Server bedient. Einzelplatz- und Peer-Installationen (autonomer Desktop, Desktop-als-Server) bieten kein LDAP — siehe Topologie.
Voraussetzungen
Section titled “Voraussetzungen”- Service-Account in AD: ein eigenes Dienstkonto mit Lese-Rechten auf den Benutzer-Subtree — least privilege, kein Domain-Admin. Das Passwort sollte möglichst nicht ablaufen, sonst bricht jede Anmeldung, bis es neu hinterlegt wird.
- LDAPS / TLS: ein Domänencontroller mit gültigem LDAPS-Zertifikat auf Port 636; das CA-Zertifikat muss vom Server als vertrauenswürdig einstufbar sein.
- Netzwerk: vom API-Server aus Port 636 (LDAPS) bzw. 389 (StartTLS) zum DC offen.
- Base DN: z. B.
DC=corp,DC=example,DC=com. Optional ein engerer Such-Subtree. - Mindestens eine AD-Gruppe, deren Mitglieder sich anmelden dürfen.
Einrichten
Section titled “Einrichten”Die Einstellungen liegen unter Admin → Tab „LDAP / AD” (nur im Web-/Paired-Modus sichtbar).
- Verbindung ausfüllen: Host (DC-Hostname/IP), Port
636, SecurityLdaps, Base DN (DC=corp,DC=example,DC=com), optional ein engerer UserSearchBase. - Service-Account ausfüllen: ServiceAccountDn (Bind-DN oder UPN) und Passwort. Das Passwort wird verschlüsselt gespeichert und nie im Klartext angezeigt; beim erneuten Speichern leer lassen, um das vorhandene Secret zu behalten.
- Attribute in der Regel auf den AD-Defaults belassen. Für UPN-Login (
max.muster@corp.example.com) das LoginAttribute aufuserPrincipalNamesetzen. - „Verbindung testen” klicken — prüft die eingegebene Konfiguration (erfolgreicher Service-Account-Bind), ohne zu speichern.
- Gruppen-Mappings anlegen (siehe unten): mindestens eine Login-Gruppe mit einer Rolle.
- Enabled auf
truesetzen und speichern. Änderungen greifen live (Hot-Reload) — kein Neustart nötig. - Verifizieren: ausloggen → Tab „Firmen-Login” → mit einem echten AD-Konto testen, ein Admin-Konto über die Admin-Gruppe gegenprüfen.
Gruppen → Rollen
Section titled “Gruppen → Rollen”Jedes Mapping bildet eine AD-Gruppe auf eine Berechtigung ab. Das Gate entscheidet pro Anmeldung „darf rein?” und „welche Rolle?”:
- Login- vs. Deny-Gruppen. Nur eine als Login-Gruppe (
IsAllowedLoginGroup = true) markierte Gruppe gewährt Zutritt und Rolle. Deny-/Observe-Gruppen können einen Nutzer nie versehentlich hochstufen. - Höchste Rolle gewinnt. Bei Mehrfachmitgliedschaft zählt die stärkste getroffene Login-Gruppe (
Admin>Employee). Eine zu weit gefasste Admin-Gruppe vergibt unbeabsichtigt Admin-Rechte. AllowAllAuthenticatedist ein weites Tor:truelässt jeden erfolgreich gebundenen AD-Nutzer mit derDefaultRolerein — bequem für „alle Mitarbeiter”, aber ohne Gruppen-Gate. Für abgestufte Rechte besser Login-Gruppen verwenden.- Sicherer Default „niemand”. Solange die Login-Liste leer ist und
AllowAllAuthenticated = false, kommt niemand rein — ein Admin muss das Tor bewusst öffnen.
Konto-Verknüpfung
Section titled “Konto-Verknüpfung”Beim ersten erfolgreichen Firmen-Login wird kein zweites Konto angelegt, wenn bereits ein Konto mit derselben E-Mail existiert: Der bestehende OTP-Nutzer wird verknüpft statt dupliziert. Anker ist die stabile AD-Kennung objectGUID — eine spätere Änderung von E-Mail oder Username bricht die Verknüpfung nicht.
Danach gilt: Ein verknüpftes Konto ist eine Zeile. Beide Tabs funktionieren weiter — ein verknüpfter Nutzer kann sich auch per OTP anmelden, ohne ein zweites Konto zu erzeugen.
Schutzregeln: Gehört eine E-Mail bereits einem anderen AD-Konto, wird der Login abgelehnt (kein Hijack); ein anonymisiertes (DSGVO-gelöschtes) Konto wird nie wiederbelebt.
Rollen-Ownership
Section titled “Rollen-Ownership”Wo der Firmen-Login läuft (Topologie)
Section titled “Wo der Firmen-Login läuft (Topologie)”Der Client redet nie direkt mit dem Verzeichnis: Er postet nur Username/Passwort an seinen Server; der Server bindet gegen AD — dasselbe Muster wie bei OTP, wo der Server den Code versendet.
- Browser (Web-Modus) und gepairter Desktop (Server-Mode) → Firmen-Login über den zentralen Web-API-Server. ✅
- Desktop als eigener Server (Peer für andere Desktops) → bedient nur OTP, kein Firmen-Login. ❌
- Autonomer Desktop (Einzelinstallation) → kein Verzeichnis erreichbar, kein Firmen-Login-Tab. ❌
Der „Firmen-Login”-Tab erscheint nur, wenn der gekoppelte Server LDAP als aktiviert und konfiguriert meldet. Server ohne diese Meldung zeigen nur den OTP-Tab.
Troubleshooting
Section titled “Troubleshooting”| Fehlergrund | Ursache / Behebung |
|---|---|
ServerUnreachable | Host nicht erreichbar, TLS-Handshake fehlgeschlagen (CA nicht vertraut), Port zu oder Timeout. CA, Port und das Security+Port-Paar prüfen. |
InvalidCredentials | Falsches Nutzer-Passwort oder falsches Service-Account-Passwort. Den Service-Account-Bind isoliert mit „Verbindung testen” prüfen. |
UserNotFound | Service-Account-Bind ok, aber die Suche liefert keinen Nutzer. Base DN/UserSearchBase, LoginAttribute und Filter prüfen. |
| „Niemand kommt rein”, trotz korrekter Bind-Daten | Login-Liste leer und AllowAllAuthenticated = false = sicherer Default „niemand”. Login-Gruppe(n) anlegen oder AllowAllAuthenticated bewusst setzen. |